Poppige Fotogramme aus der DDR

Farbfoto-Pionier Schröter im LVR-Landesmuseum Bonn

In der DDR war doch nicht alles grau. Im LVR-Landesmuseum Bonn lernte ich, dass DDR-Fotograf Wolfgang G. Schröter (1928-2012) einer der Pioniere der Farbfotografie war. Die Deutsche Fotothek in Dresden verwaltet seinen Nachlass und hat nun für die Bonner Ausstellung „Wolfgang G. Schröter – Das große Color-Praktikum“ lange im Archiv versunkene Prints und Negative hervorgeholt.

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Was gibt’s zu sehen?

Insgesamt präsentiert die Ausstellung 70 Prints und Negative des DDR-Fotografen und Pioniers der Farbfotografie. Viele der Arbeiten sind erstmals seit Jahrzehnten wieder zu sehen.

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Ungewöhnlich sind vor allem 13 lebensgroßen, farbenfrohen Fotogramme von Körpern. Die Arbeiten gelten als die weltweit ersten kameralosen Pseudosolarisationen in Farbe. Dafür legte Schröter seine Modelle direkt auf große Filmbahnen, die er dann belichtete. Anschließend arrangierte er die Bilder übereinander und fotografierte erneut. Das Ergebnis ist ein buntes Gebilde aus Körpern. Die Fotografien entstanden für den Stand des DDR-Filmherstellers Orwo auf der Kölner Messe Photokina. Im Landesmuseum werden die Arbeiten wie auf der Messe hinterleuchtet präsentiert.

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Schröter zählte zur ersten Nachkriegsgeneration professioneller Farbfotografen in Deutschland. Seine avantgardistischen Arbeiten haben keinen dokumentarischen Charakter. Vielmehr experimentierte er und entwickelte teilweise ungewöhnliche Verfahren.

Seine Ausbildung bekam Schröter 1949 als einer der ersten Nachkriegs-Studenten am Institut für Farbenfotografie der Akademie für Grafik und Buchkunst in Leipzig. In den 50er Jahren etablierte er sich als freier Bildjournalist und Farbfotograf. Besondere Arbeitsmöglichkeiten hatte er durch seine Aufträge für international operierende fotooptische Unternehmen der DDR wie Agfa/Orwo und Carl Zeiss in Jena. Seine Farbaufnahmen waren für Werbedruckschriften, Zeitschriften und auf Messeständen gefragt, um die DDR zu repräsentieren. Denn sie entsprachen der Ästhetik der westlichen Industriefotografie.

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Das Landesmuseum will übrigens weiterhin jedes Jahr eine Foto-Ausstellung mit verborgenen Beständen aus  Archiven zeigen. Die Schröter-Schau ist die zweite Foto-Ausstellung dieser Serie in Kooperation mit der Fotothek und der Stiftung F.C. Gundlach.

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